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Rotmilan | HGON Hess. Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Rotmilan

In Nordhessen ist der Rotmilan nach Mäusebussard und Turmfalke der häufigste Greifvogel. Fast überall ist er von Februar bis November zu sehen, wie er niedrig über Brachen, Wiesen, Hecken oder an Ortsrändern, z. T. auch im Inneren kleinerer Ortschaften, fliegend nach Beute sucht.

Sein elegantes Flugbild ist dabei eindeutig. Lange, schmale Flügel mit einem großen weißen Fleck im Bereich der Handschwingen-Unterseite und der lange, tief gegabelte rostrote Schwanz, nach dem der Vogel auch Gabelweihe genannt wird, kennzeichnen ihn. Kein anderer einheimischer Greifvogel trägt einen gegabelten Schwanz.

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Rotmilan mit Flügelmarke, Foto: Christian Gelpke

Eine Ausnahme und daher Verwechslungsgefahr stellt nur der etwas kleinere, viel dunklere Schwarzmilan dar. Dieser nahe Verwandte des Rotmilans weist jedoch keine derart auffallenden hellen Bereiche in den Handschwingen auf, auch der Schwanz ist längst nicht so tief gegabelt. Während der Schwarzmilan als häufigster Greifvogel der Welt gilt, der weite Teile Eurasiens und Afrikas sowie Australiens besiedelt, ist der Rotmilan vor allem auf Deutschland, Frankreich und Spanien beschränkt. Er ist also ein reiner Europäer! Sein Weltbestand wird nur auf etwa 19.000 bis 23.400 Brutpaare geschätzt. Davon beherbergt Deutschland 10.500 bis 14.000 Paare. Allein im Schwalm-Eder-Kreis kommen etwa 130 Paare, also etwa 0,6 % des Weltbestandes, vor.

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Verbreitungskarte Rotmilan

Deutschland und auch Nordhessen haben eine große Verantwortung gegenüber dem globalen Schutz der Art. Auch wenn wir ihn in Nordhessen täglich beobachten, ist der Rotmilan somit einer der seltensten Greife der Welt. Er bewohnt in unserem Raum vor allem alte Buchenwälder, von denen aus er im Offenland nach Nahrung (vor allem Kleinsäuger, Aas, im Frühjahr auch Regenwürmer) sucht. Die meist zwei bis drei Eier werden nach dem Ende der teils spektakulären Balz, bei der sich die Partner u. a. an den Krallen fassen und umeinander Loopings schlagend bis fast zu Boden stürzen, im April gelegt. Die Jungen fliegen im Juli aus. Ab Anfang August sind sie selbständig und wandern wie die Altvögel in die Winterquartiere nach Spanien und Frankreich.

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Winterquartier des Rotmilans – Spanien, Foto: Christian Gelpke

Vor dem Abzug, z. T. auch während des Sommers, können an geeigneten Nahrungsquellen gehäuft Rotmilane auftreten. Typisch ist dies bei der Wiesenmahd oder an Mülldeponien. An der Deponie bei Wabern-Uttershausen können bis zu 50 Rotmilane beobachtet werden. Im Sommer werden sie durch bis zu 220 Schwarzmilane verstärkt, der wohl größten Ansammlung in Mitteleuropa nördlich der Rhein-Main-Linie.

 

Arbeitskreis Schwalm-Eder