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Mäusebussard | HGON Hess. Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Mäusebussard

Wintergäste aus dem Norden

Bunte Bussarde und Falken aus Dänemark

Jetzt im Winter sind sie wieder überall an den Straßenrändern zu sehen: Große Greifvögel, manche ganz dunkelbraun, andere fast weiß und oft fälsch für „Habichte“ gehalten. Oder kleine Falken mit spitzen, langen Flügeln. Was suchen die Vögel an den Straßen und wo kommen sie her?

Egal, ob hell weißlich, braun, gescheckt oder fast schwarz, bei den großen Greifen am Straßenrand handelt es sich praktisch ausnahmslos um Mäusebussarde. Habichte halten sich hingegen immer bestens gedeckt in Gehölzen, meist in Wäldern auf. Der Mäusebussard ist farblich so variabel wie kaum ein anderer heimischer Vogel. Entgegen der landläufigen Meinung, die „Weißen“ kämen aus dem hohen Norden, ist die Tönung daher auch kein Hinweis auf die Herkunft der Vögel. Durch Beringungsergebnisse ist aber bekannt, dass die in unserem Raum am Straßenrand sitzenden Bussarde sowohl einheimische Brutvögel sind, als auch Wintergäste aus Nord- und Osteuropa. Ein Teil der hier brütenden Bussarde bleibt zudem nicht hier, sondern zieht bis nach Südfrankreich. Für Tiere aus Skandinavien wurden schon Zugstrecken von fast 3.000 Kilometern nachgewiesen.

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Mäusebussard, Foto: Christian Gelpke

Trotz dieser Anpassungen im Zugverhalten verhungern viele Bussarde und Turmfalken in kalten, schneereichen Wintern wie im Dezember 2010. Ihre aus Mäusen bestehende Hauptnahrung ist dann unter einer hohen Schneedecke dem Zugriff entzogen. Nur an den Straßenrändern sorgen Schneeräumung und Streusalz für offene, schneefreie Stellen. Hiervon werden die hungrigen Vögel in der Hoffnung auf eine Mäuse-Beute magisch angezogen. Auch überfahrene Tiere dienen dann als Nahrung. Dabei kommen vor allem Mäusebussarde aber häufig auch selbst im Straßenverkehr um. Viele Kollisionen können jedoch durch einen vorausschauenden Fahrstil verhindert werden, wenn man damit rechnet, dass sich der eben noch träge ruhende Bussard in der nächsten Sekunde blitzschnell auf eine Maus am anderen Straßenrand stürzen kann.

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Mäusebussard (Anflugopfer) vor seiner Freilassung in den Ederauen. Beringt von Michael Wimbauer. Foto: Andrea Krüger-Wiegand

Wer dennoch einen toten Bussard oder anderen Vogel findet, sollte immer prüfen, ob der Vogel an den Beinen einen Metallring trägt und die Ringnummer dann weitermelden. Wer weiß, vielleicht stammt auch er aus Norwegen oder Dänemark?

 

Arbeitskreis Schwalm-Eder