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Unteres Edertal | HGON Hess. Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Unteres Edertal

Einmalig in Nordhessen – die Ederauen

Auwaldrelikte mit der seltenen Schwarzpappel und zahlreiche ehemalige Kiesteiche begleiten die Eder von der Sperrmauer der Edertalsperre bis zu ihrer Mündung in die Fulda. So entstand aus einem Kiesabbaugebiet für viele Tier- und Pflanzenarten ein Paradies aus zweiter Hand.

Einen zu allen Jahreszeiten besonders reizvollen Abschnitt bildet die etwa vier Kilometer lange Wegstrecke von der Ederbrücke der Kreisstraße 12 zwischen Zennern und Obermöllrich bis zum Schloss Karlshof in Wabern. Südlich der Ederbrücke beginnt der Weg zwischen zwei Teichen,  wovon der südliche, frisch ausgekieste ein bevorzugter Rastplatz verschiedener Wasser- und Watvögel ist. So lassen sich hier Blässhühner, Zwergtaucher, Reiherenten, Flussregenpfeifer und viele andere Arten gut beobachten. Vom benachbarten, schwerer zugänglichen Naturschutzgebiet nördlich der Eder lässt im Frühsommer der Pirol seinen Ruf hören. Nachtigallen übertönen den Gesang von Sumpfrohrsänger, Gelbspötter, Fitis oder Mönchsgrasmücke. In Hecken entlang des Weges begegnet man auch dem Neuntöter. Während des ganzen Weges wird man von kreisenden Rot- und Schwarzmilan sowie Mäusebussard begleitet, die hier ihre Brutreviere haben. Nil- und Graugänse sind auf den Wiesen anzutreffen.

Gegen Ende des Weges finden sich nördlich von Wabern stark verlandende, durch Kieswäsche zugeschlämmte Teiche mit dichter Sumpfvegetation. Das Betreten dieser Flächen ist durch den sumpfigen Untergrund lebensgefährlich, doch gelingen von den Wegen viele einmalige Vogelbeobachtungen. Beutelmeise, Teichrohrsänger und sogar Blaukehlchen brüten hier, ebenso wie Wasserralle, Drosselrohrsänger und weitere Seltenheiten. Der Kunsthorst für den Weißstorch ist seit 2002  regelmäßig besetzt. Auf den umliegenden Äckern brüten einige der letzten nordhessischen Kiebitze. Neben einigen Singschwänen überwintern mittlerweile Silberreiher in immer stärkerer Anzahl in den Ederauen, maximal wurden bisher mehr als 30 Tiere gezählt.

Der Mühlengrabenpfad bei Fritzlar.

Zur Fortsetzung der Wanderung im Bereich der Ederauen bietet sich der Mühlengrabenpfad bei Fritzlar an. Man erreicht ihn am Südrand der Stadt an der Heilig Geist Kapelle an der Straße am „Siechenrasen“. Am besten beginnt ein Spaziergang hier am Malerwinkel, so genannt wegen des schönen Blicks über die alte Brücke auf die Stadt. Eine Schautafel zeigt den Verlauf des etwa drei Kilometer langen Rundweges. 16 weitere Tafeln während des Weges verweisen auf Geschichte, Geographie und Tier- und Pflanzenwelt entlang der Strecke. Der Weg ist zugleich Teil des „Ars Natura“, bestückt mit Kunstwerken in freier Landschaft.

Am Mühlengraben entlang führt der Weg zu einem Erlenbruchwald. Zahlreiche Singvogelarten sowie Rot- und Schwarzmilan finden hier Nistmöglichkeiten und Nahrung. Dahinter liegt eine Streuobstwiese, es folgen alte Hochwassergräben, Relikte aus dem Bruch der Edertalsperre 1943. Im Mai beeindrucken zahlreiche Nachtigallen mit ihrem Gesang. Mit etwas Glück lassen sich Eisvogel und Wasseramsel am Mühlengraben beobachten.

Das Ederwehr liefert Wasser für den Mühlengraben und eine große Fischzuchtanlage. Oberhalb des Wehres und auf den Fischteichen sind ganzjährig interessante Beobachtungen zahlreicher Wasservögel möglich. Im Winter sind oft Reiher- und Tafelente sowie Gänsesäger zu sehen, im Frühjahr und im Herbst zieht der Fischadler seine Kreise. Unser Rundweg führt nun zurück zunächst entlang des Grabens und der Fischzucht zu deren zweitem Teich mit einer Insel. Hier schwimmen im Spätsommer oft Reiherenten mit ihren Jungen. Nach Schützenhaus und Schwimmbad geht es entweder zwischen Bad und  Tennisplatz wieder zum Mühlengraben, oder auf der Asphaltstraße weiter an der kleinen „Siechenrasenkapelle“ linker Hand vorbei im Bogen zum mittelalterlichen Siechenhaus mit der Heilig Geist Kapelle.

Arbeitskreis Schwalm-Eder