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Eisvogel | HGON Hess. Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Eisvogel

Eisvögel in der Schwalm

Der „Fliegende Edelstein“ ist in den Wintermonaten gut zu sehen

Im Winterhalbjahr ist auch der eigentlich sehr auffällige Eisvogel einfacher zu beobachten als in belaubtem Buschwerk_Foto_C. Gelpke

Im Winterhalbjahr ist auch der eigentlich sehr auffällige Eisvogel einfacher zu beobachten als in belaubtem Buschwerk, Foto: Christian Gelpke

Schwalm. Ein hoher, schriller Pfiff, ein gut sperlingsgroßer, blauer Blitz dicht über der Wasseroberfläche, und schon ist der Vogel mit dem langen Schnabel in dichtem Buschwerk verschwunden. So oder ähnlich verläuft im Sommerhalbjahr oft die Begegnung mit dem prächtigen Eisvogel.  Im Winterhalbjahr, wenn sich nach dem Laubfall auch die Ufergehölze unserer Gewässer kahl und übersichtlich zeigen, besteht die gute Chance, den Eisvogel auch im Geäst sitzend in Ruhe beobachten zu können. Regelmäßig kann der einzigartig gefärbte Vogel, dessen nähere Verwandtschaft dem Farbzauber ihres Gefieders entsprechend vor allem in den Tropen vorkommt, beispielsweise am Wallgraben in Ziegenhain oder an verschiedenen Stellen von Schwalm,  Antreff oder Wiera beobachtet werden.

Die gewässerreiche Landschaft der Schwalm war schon immer ein wichtiges Brutgebiet für den Eisvogel, doch führte wie überall die Gewässerverschmutzung in den 1960er Jahren, einhergehend mit Begradigungen von Bächen und Flüssen, über 20 Jahre zu einem in ganz Hessen und Deutschland sehr geringen Bestand. Auch extreme Kältewinter wie 1962/63 ließen den Bestand zusammenbrechen: Der Eisvogel ist trotz seiner tropischen Herkunft kein Zugvogel, sondern bleibt auch im Winter bei uns. In sehr kalten Wintern können daher bis zu 90 Prozent der Population umkommen, wenn die Tiere an den weithin gefrorenen Gewässern ihre überwiegend aus Kleinfischen bestehende Nahrung nicht mehr erreichen können. Dies alles führte dazu, dass um 1975 in ganz Hessen keine zehn Eisvogelpaare mehr brüteten.

Inzwischen hat der Eisvogel als Folge umfangreicher Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen wieder gute Lebensbedingungen. Die flächendeckende Einrichtung von Kläranlagen hat die Wasserqualität entscheidend verbessert, was auch für uns Menschen ein Segen ist. Uferabbrüche werden nicht mehr sofort beseitigt, so dass der Vogel wieder genügend Gebiete findet, in denen er in steile Uferwände seine bis zu einen Meter lange Brutröhre graben kann. Und nicht zuletzt sind die Winter im Durchschnitt milder geworden, so dass die Winterverluste niedriger sind. Stimmen die Bedingungen, kann ein Eisvogelpaar zudem bis zu dreimal im Jahr jeweils sechs Junge aufziehen – das alles führt dazu, dass der Fliegende Edelstein in den letzten Jahren wieder mit bis zu 900 Paaren in Hessen brütet und auch in der Schwalm wieder regelmäßig zu sehen ist. Also Augen auf beim nächsten Spaziergang am Wasser!

 

 

 

Arbeitskreis Schwalm-Eder