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Blaukehlchen | HGON Hess. Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Blaukehlchen

Comeback einer Schönheit

Durch die anhaltende Vernichtung seines Lebensraumes, der mit Schilf und jungen Gehölzen bestandenen Ufer und Kiesbänke größerer Flüsse sowie Gräben und Altwasser, wurde das Blaukehlchen in Mitteleuropa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts an den Rand des Aussterbens gebracht. Es war so selten, dass es zum Wappentier der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DOG), einer der ältesten wissenschaftlichen Vereinigungen der Welt, erkoren wurde.

Etwa zu Beginn der 1970er Jahre deutete sich jedoch eine leichte Bestandserholung an, die völlig überraschend von neu gegründeten Brutplätzen in Kiesgruben und an Schlämmteichen ausging. Im Zuge dieser Entwicklung, einer der bemerkenswertesten Lebensraumumstellungen in der mitteleuropäischen Vogelwelt, wurde auch Nordhessen wieder besiedelt. 1990 konnte erstmals ein Brutpaar im Tagebau Gombeth beobachtet werden – zuvor trat das Blaukehlchen in Nordhessen zuletzt 1917 als Brutvogel auf. Kontinuierliche Zunahmen führten zu einem Bestand von etwa 50 Paaren im Schwalm-Eder-Kreis, in ganz Hessen sind es sogar mehr als 400.

Mit seiner leuchtend blauen Kehle, die von einem weißen Fleck, dem so genannten “Stern”, geziert wird, dem anschließenden schwarzen Brust- und orangenem Bauchband sowie der rostroten Schwanzwurzel zählt das männliche Blaukehlchen zu unseren farbenprächtigsten Vögeln.

Attraktiver Meistersänger - das Blaukehlchen

Attraktiver Meistersänger – das Blaukehlchen

Allerdings entzieht es sich durch seine heimliche Lebensweise oft den Blicken. Seine Stimme ist jedoch auch in solchen Fällen ein Beleg für seine Anwesenheit – und auch sie hat es in sich. Zunächst mit kurzen Einleitungslauten zögernd beginnend, beschleunigt der Gesang nach und nach und geht plötzlich in eine Kaskade melodischer oder harter, auch klirrender und knirschender Töne über. Fast immer sind auch hervorragende Imitationen anderer Vogelstimmen zu hören. Bei Borken wurde ein singendes Männchen beobachtet, das innerhalb von nur 30 Minuten 31 Gesangstypen oder Rufe von 24 Vogelarten imitierte. Ein anderer Vogel beherrschte sogar die Imitation quietschender Stoßdämpfer der vorüber fahrenden Kieslastwagen.

Arbeitskreis Schwalm-Eder