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Wasservögel | HGON Hess. Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Wasservögel

Zugvögel: Meister in Navigation und Ausdauer

Weltweit können zu allen Jahreszeiten und über jedem beliebigen Ort Zugvögel beobachtet werden. Die Wanderungen dienen dem Ausweichen ungünstiger Witterung und dem Aufsuchen geeigneter Nahrungs- und Ruheräume. Daher begnügen sich z. B. manche Alpenvögel in der kalten Jahreszeit schon mit einem Abstieg in die wärmeren Tallagen, während andere Arten wie viele Watvögel von Sibirien nach Südafrika ziehen. Die gelegentlich auch in unserem Raum erscheinende Küstenseeschwalbe fliegt sogar von der Arktis in die antarktischen Gewässer und vollzieht damit die längste Wanderung von jährlich fast 40.000 Kilometern. Manche dieser Seeschwalben werden über 30 Jahre alt und sind dann mehr als eine Million Kilometer geflogen – das entspricht der dreifachen Strecke von der Erde zum Mond!

Zwischen Alpen und Ostsee ziehen alljährlich mindestens 500 Millionen Zugvögel in die Winterquartiere, in Hessen ganz grob geschätzt etwa 10 Millionen. Mehr als die Hälfte der Wanderer sind Nachtzieher, darunter alle Grasmücken und Laubsänger sowie viele Drosseln. Hauptzugrichtung in Hessen wie allgemein im westlichen Mitteleuropa ist Südwest, da so eine Umgehung der großen Barrieren Alpen und Mittelmeer möglich ist.

Am auffälligsten tritt der Zug der Kraniche im Oktober und November sowie im März in Erscheinung. Die eindrucksvollen Großvögel mit den trompetenden Rufen sammeln sich im Spätsommer und Herbst in Nordostdeutschland. Mit den ersten Nachtfrösten brechen sie in ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien auf. Da die Tiere morgens in z.B. in Mecklenburg abfliegen, sind sie in unserem Raum meist ab dem späten Mittag bis in die Abendstunden zu sehen. Mit gewisser Regelmäßigkeit unterbrechen auch einige tausend Kraniche ihren Zug, um an den Borkener Seen oder den weiten Freiflächen um Schwalmstadt und Willingshausen für einige Tage zu rasten. Hier benötigen sie ausreichend Schutz und Ruhe, so dass man beim Beobachten unbedingt einen Abstand von etwa 500 m einhalten sollte.

Arbeitskreis Schwalm-Eder